Zu Besuch beim Keltenfürsten

 

Abcampen 2021 am Gederner See

 

 

 

In der Woche vom Samstag, 25. September, bis zum Sonntag, 3. Oktober, fand das jährliche Abcampen des Campingclubs Untermain in Gedern statt. Unter dem Motto „Wir erkunden den Vogelsberg“ trafen sich die Mitglieder des Clubs auf dem Campingpark am Gederner See.

 

Nachdem manche Teilnehmer schon am Wochenende angereist waren, ging es am Montag mit einem Sektempfang unter der Fahne los, diesmal ganz prosaisch eingeleitet vom 1. Vorsitzenden und dann mit dem traditionellen Schlachtruf lautstark beendet.

 

Der Dienstag startete gemäß dem Motto mit einer mittäglichen Wanderrunde ab dem Schloss Gedern unter sachkundiger Führung einer Geologin auf dem Rundweg „Wildfrauhaus“. Dabei ging es zu Fuß richtig vogelsbergmäßig rauf und runter zum Biotop „Wildfrauhaus“, einem stillgelegten Basalt-Steinbruch mit See. Die Wanderung brachte Einblicke in Vulkanismus und Entstehung des Vogelsbergs, des größten Vulkans Mitteleuropas, allerdings schon seit Millionen von Jahren erloschen. Auf dem Platz wurden die Wanderer nach zweieinhalb Stunden von „daheim“ gebliebenen und neu eingetroffenen Clubmitgliedern empfangen. So nahm dann eine schon größere Runde an der gut bestückten Kaffeetafel Platz. Es gab unter anderem einen hervorragenden original „Schwoier Quetschekuche“. Der Tag endete mit gepflegter Unterhaltung in Wohnwagen und -mobilen oder unter Vordächern.

 

Am Mittwoch war zuerst Pilzsuche unter der Führung von Günther am Fuß der Bäume rund um den See angesagt. Aus den gesammelten Pilzen zauberte Günther anschließend ein hervorragendes Mischpilzragout, das mit Nudeln ein vorzügliches Mittagessen für die Runde ergab.

 

Der Nachmittag brachte einen der Höhepunkte des Abcampens vom Rand des Vogelsbergs: Den Besuch der „Keltenwelt“, des futuristischen Museums mit der Ausstellung der 2500 Jahre alten archäologischen Funde von 1995 um den „Keltenfürsten vom Glauberg“.

 

Einen weiteren Höhepunkt im wahrsten Sinn des Wortes stellte die „Erklimmung“ des Hoherodskopfs, des zweithöchsten Bergs des Mittelgebirges, am Donnerstag dar. Von dort oben, vor allem vom Baumwipfelpfad aus, hatte man einen wunderbaren Ausblick im Westen über die Wetterau zum Taunus und im Südosten zum Spessart. Im Süden war zwar leicht im Dunst, aber deutlich die etwa 60 Kilometer entfernte Skyline Frankfurts zu sehen. Nach einem ordentlichen Mittagessen in einem der Lokale auf dem Ausflugsberg ließ Toni noch seinen großen Pterodaktyl-Drachen im auffrischenden Wind steigen.

 

Der Freitagmorgen begann etwas ruhiger mit Vorbereitungen zum gemeinschaftlichen Abendessen. In der Zwischenzeit trafen mit Patti und Bernd die vorletzten Teilnehmer ein. Währenddessen wurde Sauerkraut im großen Topf angesetzt und verfeinert mit Apfelwein köcheln gelassen. Darauf wanderten Rippchen und Rindswürste, übrigens ordentlich groß portioniert, zum Heißmachen in diverse Töpfe. Zwischenzeitlich waren die letzten Teilnehmer, unsere Gäste Heike und Andreas, gekommen. Nun weihte Toni mit einem launigen Gedicht im Beisein aller bei Bier und Apfelwein den „neuen“ gebrauchten Wohnwagen von Patti und Bernd ein, einen Fendt Topas 550, gekauft zur großen Freude von ihm, bei unserem ebenfalls eingetroffenen Mitglied Jens Noll. So wurde nun wieder eine große Tafel aufgebaut, um „Rippchen mit Kraut á la Blauer Bock“ in großer Runde zu verspeisen. Sauerkraut, Rippchen und Rindswürste wurden als gelungen und reichlich dimensioniert gelobt. Dann saß man noch bei Bier und Apfelwein in lockerer Gesprächsrunde zusammen.

 

Am Samstagmorgen hieß es, zeitig aufzustehen, denn um 10:30 Uhr wurde nach Schotten ins VULKANEUM gestartet. Nach einer ungewollten Stadtrundfahrt traf der Campingclub-Tross leicht verspätet im Museum zur Führung ein. Im Film zunächst und anschließend anhand von Steinen, Modellen und interaktiven Exponaten vertiefte eine Geologin unser mittlerweile erworbenes Wissen um die feurige Vergangenheit des Vogelsbergs.

 

Ein Besuch der Camping-Gaststätte „Seeblick“ zum abschließenden Abendessen bei indischen (scharf!), italienischen (Pizza und Pasta) und deutschen Gerichten (Schnitzel) mit jeweils einem wohlschmeckenden Salat rundete den Tag fast ab. Mit Anbruch der Dunkelheit wurde wieder ein ordentliches Lagerfeuer in der alten Waschmaschinentrommel angezündet und dabei der von den Nolls gespendete Sixpack Rotkäppchen vernichtet. Bei gepflegter Unterhaltung (und angenehmen Temperaturen) wurde es nach Mitternacht, bis sich die Letzten zufrieden zu Bett begaben.

 

Am Sonntag brach die Mehrheit der Teilnehmer zur Heimfahrt auf. Einige Mitglieder verbrachten noch den einen oder anderen Tag am Gederner See. So ging ein langes und doch kurzweiliges, unterhaltsames und geselliges Abcampen 2021 zu Ende. Als Ancamp-Termin 2022 wurde das verlängerte Wochenende vom Donnerstag, 28. April bis Montag, 2. Mai, mit dem „Main-Spessart-Park“ festgelegt. Und auch da gilt wieder: Gäste sind herzlich willkommen.